Homepage von Dietmar Posselt

Digitale Unabhängigkeit

Gefahren der Zukunft

Die meisten von uns erleben gerade einige Befürchtungen bzgl. unserer Zukunft. Von Klimakatastrophen, politischen Extremisten von links und rechts, die unsere Demokratie untergraben wollen, Kriegen bis zu übermächtigen Überwachungsstaaten, Einflüsse der Künstlichen Intelligenz oder einfach dem Ende des dauernden Wirtschaftswachstums.

Vermutlich haben wir alle etwas unterschiedliche Einschätzungen dieser Bedrohungen und der Frage, wie wir damit umgehen sollten. Ich habe dazu natürlich auch meine Meinungen und versuche im Alltag an den richtigen Stellen das Richtige zu tun.

Eine meiner Ansichtnach absolut unterschätzte Gefahr ist allerdings die Macht und die Ziele einiger weniger superreichen Unternehmer im US-Tech-Umfeld, die ihre Marktmacht einsetzen, um die Gesellschaftsordnung zu ihren Gunsten, und damit in der Regel zu den Ungunsten aller anderen, zu verändern. Auch wenn es schwer fällt, habe wir hier meiner Ansicht nach den größten Ansatz, etwas zu unternehmen.

Die Gefahr der Oligopole

Die beispiellose Konzentration von Technologie, Daten und Infrastruktur in den Händen weniger US-amerikanischer Konzerne stellt eine ernste Bedrohung für unsere digitale Selbstbestimmung und die politische Stabilität dar. Diese Giganten verfügen über eine Marktmacht, die es ihnen ermöglicht, politische Prozesse subtil, aber effektiv zu beeinflussen.

Wie in Diskussionen (z.B. bei Lanz & Precht, in Bezug auf Akteure wie Peter Thiel) beleuchtet, sehen wir eine Tendenz, politische Ordnungen in Richtung einer absoluten, unregulierten Marktfreiheit zu verschieben, oft unter dem Deckmantel von Innovation und Effizienz.

Darüber hinaus können Plattformen wie Facebook oder X (ehemals Twitter) ihre Gatekeeper-Rolle nutzen, um durch Algorithmen und Content-Moderation gezielt Meinungen zu steuern und gesellschaftliche Diskurse nach ihren eigenen Interessen zu formen. Unabhängigkeit ist daher nicht nur eine Frage des Datenschutzes, sondern der Bewahrung demokratischer Prozesse.

Kleine Schritte zur digitalen Autonomie

Der Wechsel muss nicht fanatisch sein. Schon die Wahl von Alternativen für einzelne Dienste reduziert die Abhängigkeit und stärkt den Wettbewerb. Hier sind einige Bereiche und empfohlene Alternativen:

Thema Platzhirsch (US-Tech) Empfohlene Alternative
Navigation Google Maps, Apple Maps Here WeGo, Calimoto (für Motorradtouren)
Browser Chrome, Safari, Edge Firefox (Mozilla) oder DuckDuckGo
Suchmaschine Google Search, Bing DuckDuckGo
AI / KI OpenAI (Microsoft), Google AI IONOS (kostenlos für Kunden), mistral.ai
Cloudspeicher Google Drive, OneDrive, Dropbox pCloud, IONOS, Strato, ...
Persönlicher Messenger WhatsApp, Messenger Signal
Soziale Netzwerke Facebook, Instagram, X Mastodon, XING
Shopping Amazon, EBay kaufland.de, otto.de oder hood.de
Bezahlplattformen Paypal Kreditkarte
Videostreaming Youtube, Amazon, Netflix DailyMotion, ???
Mir fehlen hier vor allem Alternativen zu Video(streaming)plattformen (Youtube, Amazon, Netflix). Auch bei der KI habe ich insbesondere bei der Entwicklung nichts gefunden was mit Claude Code CLI konkurrieren kann. Da denke ich aber, dass in naher Zukunft sowieso größere Entwicklungen zu sehen sind. Generell freue ich mich über Ergänzungen und Empfehlungen aller Art.

Realistische Einordnung

Der Kompromiss: Es ist wichtig anzuerkennen, dass die meisten Alternativen (noch) nicht den gleichen Funktionsumfang oder die gleiche Nutzerfreundlichkeit bieten wie die Platzhirsche. Dieser Verzicht auf Komfort ist ein bewusster Preis, den man für mehr digitale Freiheit und Sicherheit zahlt.

Die Herausforderung der Ökosysteme: Insbesondere auf Mobilgeräten ist eine vollständige Unabhängigkeit von Apple (iOS) und Google (Android) extrem schwierig, da sie die Betriebssystem-Infrastruktur kontrollieren. Auch auf dem Desktop stellt Linux für viele unbedarfte Nutzer eine zu hohe Hürde dar.

Kleine Schritte zählen: Genau deshalb ist jeder Wechsel, sei er auch noch so klein, ein Gewinn. Wer den Messenger wechselt, die Suchmaschine umstellt oder einen Teil des Speichers dezentralisiert, leistet einen wichtigen Beitrag zur eigenen digitalen Souveränität.

Was werde ich tun?

Nicht zuletzt da ich die Möglichkeiten dazu habe, werde ich versuchen, meine Nutzung von Diensten der US-Tech-Giganten nach und nach einzuschränken. Einerseits habe ich damit begonnen, eine eigene Infrastruktur aufzubauen. So wird z.B. diese Webseite bei mir zuhause auf einem Raspberry betrieben. Als Massenspeicher habe ich dort auch große redundante Festplatten installiert. Für meine privaten Anforderungen ist das absolut ausreichend und im Wesentlichen kostenlos. Als "geo redundantes" Backup nutze ich einen Cloud-Speicher von pcloud.

Beim Browser bin ich auf Firefox umgestiegen, bei der Suchmaschine auf DuckDuckGo. Einiges fehlt noch und gerade am Android-Handy ist der Abschied von Google sehr schwierig. Beim Shopping schaue ich immer zuerst auf otto.de, kaufland.de oder hood.de. Nur wenn ich dort nichts finde oder die Preise massiv überteuert sind, dann schaue ich auch auf Amazon oder EBay.

Was die Kommunikation mit euch betrifft: Whatsapp werde ich durch Signal ersetzen. Auf anderen sozialen Netzwerken war ich sowieso nicht aktiv. Mein Whatsapp-Status wird ebenfalls durch diese Homepage ersetzt und dient vor allem mir selbst als einfache Möglichkeit, meine Erlebnisse nochmal anzuschauen.

Auf der Arbeit ist das alles natürlich völlig unmöglich. In meinem Fall wird z.B. explizit mit Google gearbeitet oder als Rechner bekomme ich ein MacBook gestellt. Da muss ich wohl bis auf Weiteres mit leben, wobei auch dort die Diskussion über "digital sovereignity" geführt wird.